Bonitätszertifikat für Vermieter neu gedacht – und gemacht!

SCHUFA-Bonitätszertifikat – was taugt das eigentlich?

Der Wohnungsmarkt insbesondere in den Ballungsgebieten steht unter Druck. Ohne Bonitätsauskunft ist kaum etwas zu machen. Aber schauen wir einmal hinter die Kulissen: wie wird so ein Zertifikat eigentlich erstellt und vor allem – ist es überhaupt etwas wert?

Zunächst: Auskunfteien wie die SCHUFA sind mit Unternehmen und Banken vernetzt. Das heisst, die Erfahrungen über unsere Zahlungsmoral werden bei vielen Mitgliedsunternehmen wie Telekommunikationsunternehmen, Handelsriesen und Banken eingesammelt und zentral gespeichert. Daraus errechnet die SCHUFA einen Score. Wie genau der berechnet wird ist Betriebsgeheimnis.

Fordert nun ein Vermieter eine Bonitätsauskunft, so ist damit oft das Produkt der SCHUFA gemeint. Dafür gibt es keinen besonderen Grund, ausser vielleicht, dass die SCHUFA das grösste Unternehmen in diesem Markt ist. Diese SCHUFA-Bonitätsauskunft verdichtet alle über uns gespeicherten Daten – auf dem sieht man dann üblicherweise ein Diagramm aus dem hervorgeht, dass alles in Ordnung ist – und einem Mietvertrag nichts im Wege steht. Üblicherweise? Nein! Wir wissen mittlerweile gesichert, dass ein erheblicher Teil der bei der SCHUFA gespeicherten Daten falsch oder veraltet ist. Das kann dann bedeuten, dass das Bonitätszertifikat eben nicht positiv ausfällt und für eine Wohnungssuche unbrauchbar ist. Vordergründig soll das natürlich Vermieter schützen – nur: welchen Schutz bietet ein Zertifikat, das oft auf falschen oder veralteten Daten beruht? Wir meinen: gar keinen! Im Gegenteil, wer von falschen SCHUFA-Daten betroffen ist, der verliert ganz einfach die Chance auf eine Wohnung – genau wie jemand, der chronisch seine Rechnungen ignoriert.

Jetzt ist das Bonitätszertifikat der SCHUFA ja auch nicht ganz billig – das ist eben ein riesiger Markt für die SCHUFA. Aus Kundensicht, also aus Sicht dessen, der eine Wohnung sucht und dafür einen Finanznachweis für den Vermieter braucht: warum sollte man Geld für etwas ausgeben, wovon wir wissen, dass es zu schätzungsweise 20-50% auf falschen oder veralteten Daten beruht? Wir würden ja auch kein Auto kaufen, von dem Tests ergeben haben, dass es mit einer Wahrscheinlichkeit von 20-50% nicht fahrtauglich ist.

Die Vermieter-Problematik

Auch für Vermieter ist das Produkt ziemlicher Unsinn: Jemand kann bei Freunden bis über beide Ohren verschuldet sein und den Gerichtsvollzieher auf den Fersen haben – das steht nicht in der SCHUFA, also zumindest nicht solange das Thema nicht vollständig aus dem Ruder gelaufen ist. Aufgrund der Wohnungsnot können sich Vermieter natürlich seit einigen Jahren alles erlauben: Wir wissen von Vermietern, die gerne alleinstehende junge Damen als Mieterinnen bevorzugen und dies auch in Wohnungsanzeigen so formulieren. Kinder und Haustiere sind auch oft ein KO-Kriterium und natürlich sollen die potentiellen Mieter beide biodeutsch, heterosexuell, berufstätig und gut verdienend sein. Die Wunschliste der Vermieter ist lang und wird immer länger. Super gerne darf dann auch bei Auszug die gesamte Bude renoviert werden, von den Mietern und auf deren Kosten selbstverständlich.

Die Rechtslage: § 535 BGB ff.

Hier einmal der Gesetzestext, der den Mietvertrag regelt:
(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.
(2) Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter die vereinbarte Miete zu entrichten.

Damit ist das meiste schon gesagt und definiert. Natürlich ist die Gesetzgebung zum Mietrecht etwas länger und diverse Dinge werden dort noch genauer geregelt, allerdings, was man dort nicht findet, ist ein Anspruch des Vermieters auf finanziellen Striptease der Mietinteressenten, Hilfe im Haushalt oder sexuelle Gefälligkeiten. Wohnung gegen Zahlung – so sieht es das Gesetz vor.

Berechtigte Interessen von Vermietern und Mietern

Worauf kommt es nun wirklich an? Der Vermieter hat definitiv ein Interesse (und Recht darauf!) seine Miete pünktlich und vollständig zu bekommen. Als Mieter hat man ein Interesse, nicht auf der Strasse zu schlafen, d.h. eine Wohnung zu bekommen. Aus ethischen Überlegungen kann man hier auch durchaus einen Anspruch herleiten.

Wie wir alle wissen, gibt es in einem Staat zu den verschiedensten Themen widerstreitende Interessenlagen. Auf dem Wohnungsmarkt sieht man das ganz besonders deutlich, daher wird hier auch in einigen Bundesländern bereits reguliert (allerdings meist nicht sehr überlegt und mit katastrophalen Ergebnissen). Hier steht auf der einen Seite der ökonomisch überlegene Vermieter, der aufgrund Wohnungsknappheit absurde Mietvorstellungen aufrufen kann – und auf der anderen Seite diejenigen, die mieten müssen. Warum mieten müssen? Weil sie sich ein Eigenheim bislang nicht leisten konnten, um es einmal neutral zu formulieren. Weniger neutral formuliert: weil sie sonst auf der Strasse sitzen würden. Aber auch diejenigen, die mieten wollen, die sich aus den verschiedensten Gründen gegen ein Eigenheim entscheiden, z.B. weil sie beruflich flexibel sein möchten, in anderen Ländern leben, Chancen wahrnehmen wollen, für die ein gemietetes Objekt eher passt. Sie sind also Bittsteller – was vermieterseitig oft schamlos ausgenutzt wird. Zum Beispiel mit der Forderung nach einem SCHUFA-Bonitätszertifikat. Ja, natürlich gibt es auch das Mütterchen, das eine 2-Raum-Wohnung zur Alterssicherung vermietet und schwer getroffen wäre von Mietausfall – geschenkt, das ist nicht der durchschnittliche Vermieter.

Die Realität: Miete wird (meistens) bezahlt!

Ein Dach über dem Kopf ist, wie wir gesehen haben, ein elementares Grundbedürfnis – daher wird die Miete auch üblicherweise pünktlich und vollständig bezahlt. Der Mietnomade und Vermieterschreck, der uns allabendlich im Fernsehen präsentiert wird, kommt Schätzungen zufolge in Deutschland zwischen 15.000 und 100.000 mal vor – bei ca. 60 Mio. Volljährigen. Das sind 0,03% – 1,37%, falls die 100.000 stimmen. Das ist das Risiko, als Vermieter auf einen Mietnomaden hereinzufallen.

Nochmal SCHUFA-Bonitätszertifikat

Eine von selbstauskunft.de im Januar 2021 durchgeführte repräsentative Untersuchung hat ergeben, dass ca. 20% der Deutschen bereits Probleme mit falschen oder veralteten SCHUFA-Einträgen hatten (Eigenangabe). Hier ist von einer gewissen Dunkelziffer in beide Richtungen auszugehen: a) wissen viele Menschen vermutlich gar nicht von fehlerhaften Einträgen – und b) sind sicher auch solche darunter, die einen berechtigten Eintrag für falsch halten. Andere Studien gehen von fehlerhaften Datenbeständen bei der SCHUFA i.H.v. 50% aus. Dennoch geben diese Zahlen eine gewisse Orientierung.

Um es auf den Punkt zu bringen: Um Vermieter vor dem fast homöopathischen Risiko zu schützen, einem Mietnomaden aufzusitzen wird eine ganze Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt – und soll diesen Generalverdacht mit einem offensichtlich unbrauchbaren, da teils fehlerbehafteten SCHUFA-Bonitätszertifikat vorauseilend aus dem Weg räumen – auf deutsch gefragt: aber sonst läuft noch alles rund, oder?

Alternative: das selbstauskunft.de-Mietzertifikat

Wer weiss eigentlich, ob ein Mietinteressent in der Vergangenheit seine Miete bezahlt hat? Natürlich: er selbst weiss von jeder monatlichen Überweisung. Und natürlich der Empfänger, also der vorherige Vermieter. Sollte es allerdings zum Streit gekommen sein, dann kann es vorkommen dass jener lügt, oder einfach keine Mietschuldenfreiheitsbestätigung ausstellt.

selbstauskunft.de bietet daher seit kurzem ein neuartiges Mietzertifikat an: dieses besteht zu 100% aus den Angaben des Mietinteressenten. Warum ist dieses Mietzertifikat besser als solche, die von Auskunfteien angeboten werden? Um unser Mietzertifikat zu bekommen, muss der Mietinteressent selbst bestätigen, die letzten 24 Monate alle Mietzahlungen pünktlich und vollständig vorgenommen zu haben. Warum ist das sinnvoll? Man könnte ja falsche Angaben machen und hätte dann mir nichts dir nichts ein offizielles Mietzertifikat? Nein! Aus folgenden beiden Gründen ist dieses Konzept das bessere Mietzertifikat:

  1. Falsche Angaben können die fristlose Kündigung des Mietverhältnisses, Schadensersatzforderungen und sogar strafrechtliche Verfolgung auslösen. Dies widerspricht dem Sicherheitsbedürfnis der allermeisten Menschen. Wohnung und Schutz zählen zu den absoluten Grundbedürfnissen.
  2. Das Risiko für beide Seiten, einem fehlerhaften SCHUFA-Bonitätszertifikat aufzusitzen ist mit 20-50% erheblich größer als die Wahrscheinlichkeit, dass ein homöopathisch kleiner Teil der bereits ebenfalls lediglich in homöopathischer Anzahl auftretenden Mietnomaden bei der Beantragung absichtlich lügt.

 

Datenschutz
Wir, NPHO Services Ltd. & Co. KG (Firmensitz: Deutschland), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Wir, NPHO Services Ltd. & Co. KG (Firmensitz: Deutschland), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: