Neue Civey-Zahlen: 78 Prozent der Jungen misstrauen der Schufa — obwohl sich das Image insgesamt erholt

Balkendiagramm: Misstrauen in die Schufa — Gesamtbevölkerung vs. 18- bis 29-Jährige, März 2023 bis September 2026

Anderthalb Jahre nach dem Ende unseres zweijährigen Schufa-Monitorings haben wir nachgemessen: Civey hat Anfang September 2026 erneut 5.000 Bundesbürger befragt — mit exakt denselben Fragen wie seit 2023. Das Ergebnis ist ein Generationen-Riss: Während sich das Verhältnis der Deutschen zur Schufa insgesamt erstmals entspannt, misstrauen die 18- bis 29-Jährigen der Auskunftei so stark wie keine andere Altersgruppe — und deutlich stärker als noch vor anderthalb Jahren.

78 Prozent: Die Jungen kehren der Schufa den Rücken

78 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben geringes oder gar kein Vertrauen in die Arbeit der Schufa — zehn Punkte mehr als im März 2025 und der mit Abstand höchste Wert aller Altersgruppen. Nur 13 Prozent der Jungen vertrauen ihr noch. Ausgerechnet die Generation, die gerade ihre ersten Mietverträge, Handyverträge und Kredite abschließt, hat damit das geringste Vertrauen in die Auskunftei, die über all das mitentscheidet. Wer 20 ist und zum ersten Mal erlebt, wie ein Score über die eigene Wohnung mitbestimmt, urteilt offenbar härter als jede andere Generation.

Insgesamt sinkt das Misstrauen — von 65 auf 58 Prozent

Der Generationen-Riss ist umso auffälliger, weil er gegen den Bundestrend läuft: 58 Prozent der Deutschen misstrauen der Schufa aktuell — noch immer eine klare Mehrheit, aber sieben Punkte weniger als im März 2025, als unser Monitoring mit 65 Prozent endete. Das Lager mit großem Vertrauen wuchs von 11 auf 16 Prozent. Auch beim Einfluss der Schufa zeigt sich Bewegung: 49 Prozent bewerten ihn negativ — erstmals seit Beginn der Messreihe weniger als die Hälfte (März 2025: 57 Prozent). Am stärksten entspannt haben sich die 30- bis 39-Jährigen, 2025 noch die härtesten Kritiker: Ihr Misstrauen fiel von 80 auf 64 Prozent.

Die Erholung fällt in eine Zeit, in der die Schufa massiv unter öffentlichem Druck steht — Stichwort Schattendatenbank und noyb-Abmahnung — und zugleich sichtbar um Transparenz wirbt. Offenbar kommt davon etwas an. Zur Einordnung: Fast viermal so viele Menschen misstrauen der Auskunftei weiterhin, wie ihr vertrauen.

Sachsen bleibt Skeptiker-Hochburg

Regional reicht die Spanne von 52 Prozent Misstrauen in Schleswig-Holstein bis 65 Prozent in Sachsen — dort äußern zugleich nur 9 Prozent großes Vertrauen, der niedrigste Wert bundesweit. Auch das Saarland (64 Prozent) liegt deutlich über dem Schnitt.

Was das für Sie bedeutet

Ob man der Schufa vertraut oder nicht — wissen sollte man in jedem Fall, was sie über einen gespeichert hat. Die kostenlose Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO steht jedem zu; in unserem zweijährigen Monitoring gab zuletzt mehr als jeder Fünfte an, schon falsche oder veraltete Einträge gehabt zu haben. Den Antrag können Sie direkt bei der Schufa stellen — oder bequem über unseren Service auf selbstauskunft.de.

Datenbasis: Das Meinungsforschungsinstitut Civey befragte im Auftrag von selbstauskunft.de vom 2. bis 6. September 2026 online jeweils 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren (statistischer Fehler des Gesamtergebnisses: 2,5 bzw. 2,6 Prozentpunkte). Die Fragen sind wortgleich mit dem Schufa-Monitoring 2023–2025; die Werte sind direkt vergleichbar.