Zwei Jahre lang, von März 2023 bis März 2025, hat das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von selbstauskunft.de fortlaufend gemessen, was die Deutschen über die Schufa denken. Rund 5.000 Menschen pro Frage, Woche für Woche, über 24 Monate. Jetzt liegt die Gesamtauswertung vor — und sie stellt der mächtigsten Auskunftei des Landes ein bemerkenswert schlechtes Zeugnis aus.
Nur noch jeder Neunte vertraut der Schufa
Am Ende des Monitorings sagen nur noch 11 Prozent der Bundesbürger, dass sie großes Vertrauen in die Arbeit der Schufa haben — etwa in die Verwaltung und die Qualität der Datenerhebung. 65 Prozent haben dagegen geringes oder gar kein Vertrauen. Und das ist kein Ausrutscher einer einzelnen Umfrage: Über die gesamten zwei Jahre lag das Misstrauen nie unter 60 Prozent. Seit dem Start des Monitorings im März 2023 ist es sogar noch um rund 5 Prozentpunkte gestiegen.

Ähnlich klar fällt das Urteil über den Einfluss der Schufa aus: 57 Prozent bewerten ihn negativ, nur 13 Prozent positiv. Auch die Methode, mit der die Schufa die Kreditwürdigkeit von Millionen Menschen berechnet, überzeugt die Deutschen nicht: 59 Prozent halten sie für nicht angemessen, nur 17 Prozent für angemessen.
Jeder Fünfte hatte schon falsche Einträge
Besonders brisant: Der Anteil der Menschen, die nach eigener Angabe schon einmal veraltete oder falsche Einträge in ihren Schufa-Daten hatten, ist im Laufe des Monitorings von 17 auf 21 Prozent gestiegen — mehr als jeder Fünfte. Zugleich glauben 66 Prozent nicht, dass ihre Daten bei der Schufa „in sicheren Händen“ sind.
Wer wissen will, was die Schufa über ihn gespeichert hat, muss dafür übrigens nichts bezahlen: Die kostenlose Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO steht jedem zu — auch wenn laut unserer aktuellen Civey-Studie nur jeder Fünfte dieses Recht kennt.
Die Generation Hauskauf misstraut am stärksten
Der auffälligste Befund des Monitorings steckt in den Altersgruppen. Ausgerechnet die 30- bis 39-Jährigen — die Lebensphase, in der über Immobilienkredite, Autofinanzierungen und Mietverträge entschieden wird — urteilen am härtesten: 80 Prozent haben geringes oder gar kein Vertrauen in die Schufa, 71 Prozent bewerten ihren Einfluss negativ. Beides sind die höchsten Werte aller Altersgruppen. Auch Haushalte mit Kindern liegen mit 72 Prozent Misstrauen deutlich über dem Schnitt. Am mildesten urteilen die über 65-Jährigen — aber selbst bei ihnen überwiegt mit 57 Prozent das Misstrauen.

Kurz gesagt: Wer die Schufa am dringendsten braucht, traut ihr am wenigsten.
Im Osten ist die Skepsis am größten
Auch regional zeigt das Monitoring klare Unterschiede. In Ostdeutschland misstrauen 68 Prozent der Schufa, im Westen 65 Prozent. An der Spitze der Skeptiker-Tabelle stehen Brandenburg (71 Prozent), Sachsen (71 Prozent) und Sachsen-Anhalt (70 Prozent) — in Sachsen-Anhalt äußern zudem bundesweit die wenigsten Menschen großes Vertrauen (6 Prozent). Am anderen Ende liegt Baden-Württemberg, wo mit 62 Prozent aber ebenfalls fast zwei Drittel skeptisch sind.
Was das für Verbraucher bedeutet
Das Monitoring zeigt über zwei Jahre hinweg ein stabiles Bild: Die Deutschen haben ihr Urteil über die Schufa gefällt — und die Transparenz-Bemühungen des Unternehmens haben daran nichts geändert. Umso wichtiger ist es, die eigenen Daten regelmäßig zu prüfen. Denn falsche oder veraltete Einträge sind kein Randphänomen, sondern betreffen jeden Fünften. Die kostenlose Selbstauskunft können Sie direkt bei der Schufa anfordern — oder Sie nutzen unseren Service auf selbstauskunft.de, der den Antrag in wenigen Minuten für Sie erledigt.
Datenbasis: Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat im Auftrag von selbstauskunft.de vom 23. März 2023 bis zum 31. März 2025 fortlaufend Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt (rollierende Stichprobe, ca. 5.000 Befragte je Frage und Stichtag, Small Area Estimation). Berichtete Werte: Datenstand 31. März 2025.

